Warum eigentlich Yoga? | Why actually Yoga?

Ja, warum eigentlich?

Yoga sind doch nur Dehnübungen, die man aus dem Gymnastikunterricht kennt. Angebliche Entspannung – dabei können manche der Übungen ganz schön anstrengend sein und man muss seinen Körper verbiegen. Dann noch esoterisches und hinduistisches Heckmeck drum herum… Wer braucht sowas schon?!

Um Yoga kursieren viele Gerüchte und Vorurteile. Einige glauben, es sei ein Fitness-Training, andere verwechseln es mit einer Religion und wiederum andere betrachten es als Ausrede für Leute, die keine Lust auf „richtigen“ Sport haben. Ja, aber was ist Yoga denn nun?

Yoga kommt aus dem Sanskrit und bedeutet „anjochen“, „zusammen binden“, „anspannen“, „vereinen“. Es ist eine über 5000 Jahre alte indische Lehre, deren philosophische Grundlagen von dem indischen Gelehrten Patanjali im sogenannten „Yoga Sutra“ zwischen dem 2. und 4. Jhd. vor Christus festgehalten wurden. Das „Yoga Sutra“ enthält  195 „Sutren“ – Lehrsätze in aphoristischer Form – in denen  Patanjali philosophische Aspekte und Ziele des Yoga festhält.

Patanjali definiert Yoga in seinen Sutras folgendermaßen:

योगश्चित्तवृत्तिनिरोधः yogaś-citta-vṛtti-nirodhaḥ
Yoga ist das zur Ruhe bringen der Gedanken im Geist. 

Konkret geht es hier also um das Beherrschen der Regungen des Geistes. Dementsprechend können wir den Begriff „Yoga“ als Kontrolle des Geistes, als „Vereinigung“ des Körpers mit dem Geist betrachten. Ziel der Lehre ist es, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen und somit persönliche Einheit bzw. einen Zustand der Glückseligkeit zu erlangen.

Die Asanas – die Körperübungen, welche meistens mit Yoga in Verbindung gebracht werden – sind eigentlich nur EIN Teil einer sehr umfassenden Lebensweise. Diese Lebensweise – der Yoga-Weg – umfasst darüber hinaus Atemübungen (Pranayama), Konzentrations- und Meditationsübungen (Dharana und Dhyana) sowie Reinigungstechniken (Kriyas). Außerdem liegt der yogischen Lebensweise ein ethisches Konzept zugrunde, auf das ich in einem weiteren Artikel eingehen werde.

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Quelle: Pixabay

Wichtig ist: Yoga ist keine Religion. Es gibt historische Parallelen mit dem Hinduismus, Fakt ist jedoch, dass Yoga ein unabhängiges System ist, das von Menschen aller Religionen praktiziert wird.

Heute wird Yoga in erster Linie als Methode genutzt, um durch Beweglichkeit und Kraft des Körpers den Geist zu beruhigen, innere Harmonie zu erreichen und Körper und Geist nachhaltig zu entspannen. Yoga hat verschiedene Funktionen – je nach den persönlichen Zielen und auch den Zielen der Lehrperson kann es verstärkt auf körperliche Fitness, auf Entspannung oder auf die Behandlung von Krankheiten/Beschwerden ausgerichtet sein. So gibt es beispielsweise Yoga-Übungen, die sich konkret für Menschen mit Depressionen oder Burnout eignen, ebenso wie Techniken, die die Konzentration fördern oder bei Rückenschmerzen helfen.

Für mich ist Yoga eine Möglichkeit, durch volle Konzentration zu innerer Ausgeglichenheit und persönlicher Zufriedenheit zu gelangen – die körperliche Fitness ist dabei ein positiver Nebeneffekt, der die Motivation zur Praxis zusätzlich steigert.

 

English version

Yes, why actually?

Yoga is just stretching exercises that we know from gymnastics. Allegedly enhancing relaxation, however some of the exercises can be very challenging and you have to bend your body like hell! Then there  is some esoteric and hinduistic stuff around it… Who needs things like these?!

You can hear all sorts of rumors and prejudices about yoga. Some think it is a simple fitness training or workout, others confuse it with a religion and again other people regard it as an excuse for people who are too lazy for „real“ exercise. Okay, but what is yoga?

The word „yoga“ derives from sanskrit and means „to joke“, „to unite“. It is an ancient Indian practice existing for more than 5000 years. Its philosophical foundation was written down in the so-called „Yoga Sutras“. The author, an Indian scholor called Patanjali, lived between the 2nd and the 4th century B.C. The „Yoga Sutras“ consist of  195 „sutras“ – aphorisms in which Patanjali demonstrates philosophical aspects and goals of yoga.

In his sutras, Patanjali defines Yoga as follows:

योगश्चित्तवृत्तिनिरोधः yogaś-citta-vṛtti-nirodhaḥ
Yoga is the cessation of mindstuff.

According to this, yoga basically deals with the mastery of the stirrings of the spirit. Therefore, we can understand „yoga“ as the control of the spirit, as „unification“ of the body with the spirit. The intention is to attain harmony of body, mind and soul and to achieve personal union and a state of happiness.

The asanas – the body exercises that are mainly connected with yoga – are indeed only one part of a comprehensive lifestyle. This way of life – the path of yoga – comprises several aspects that go beyond asanas: breathing exercises (Pranayama), exercises for concentration and meditation (Dharana and Dhyana) as well as cleansing techniques (Kriyas). Furthermore, the yogic lifestyle is based on an ethic concept, which I will explain in another article.

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Quelle: Pixabay

It is important to state that Yoga is not a religion. There are, in fact, historical parallels with hinduism. It is, however, a fact that yoga is an independent system that is practised by people of all different religions.

Today yoga is mainly used as a method to comfort the body and the mind through flexibility and strength. The intention is to attain inner harmony and relax body and mind sustainably. Yoga has different functions – depending on personal goals and the teacher’s intentions, it can mainly focus on physical fitness, on relaxation or on the treatment of illnesses. There are for example Yoga exercises that are good for people with a depression or a burn-out, as well as techniques to focus the mind or to relieve back pain.

For me Yoga is a possibility to attain inner harmony and personal happiness through deep concentration – the physical fitness is a positive side effect increasing my motivation  to practice additionally.

 

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2 Gedanken zu “Warum eigentlich Yoga? | Why actually Yoga?

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