Yin Yoga: die Kunst des Loslassens + Tipps und Videos zum Mitmachen

Yin Yoga – Was ist das eigentlich?

Yin Yoga ist ein sehr ruhiger Yogastil, in dem es vor allem darum geht, zu entspannen und loszulassen. Im Yin Yoga hältst du die Asanas (Yoga-Stellungen) in der Regel mindestens 3 Minuten. Allerdings ohne Muskelkraft – du bist also völlig passiv.

Yin Yoga bildet damit eine perfekte Ergänzung zu den dynamischen, kraftvollen Yoga-Stilen – wie Ashtanga oder Vinyasa – und zu anderen Sportarten, in denen der Fokus auf Kraft, Anstrengung und Ausdauer liegt.

Ziel ist es, den Körper zur Ruhe zu bringen und intensiv zu dehnen. Durch die länger gehaltenen Stellungen sinkst du automatisch tiefer in die Stellungen hinein.

Yin Yoga ist gut für dich, wenn du…

  • … unter (Rücken-)Schmerzen leidest, die durch Verklebungen deiner Faszien hervorgerufen werden,
  • … Sportler bist und unter verkürzten Muskeln leidest,
  • … mehr Flexibilität erlangen möchtest,
  • … einen hektischen Alltag hast, gestresst und unentspannt bist oder
  • … es einfach mal auf dich wirken lassen möchtest!

Warum du Yin Yoga machen solltest – gerade wenn du Kraftsport liebst und gerne Power gibst!

Du liebst es, dich auszupowern und an deine Grenzen zu gehen? Du möchtest richtig ins Schwitzen kommen und am nächsten Tag Muskelkater haben? Dann bist du wahrscheinlich eher ein Yang-orientierter Mensch – aktiv und voller Energie. Doch gerade dann solltest du mal Yin Yoga ausprobieren. Denn zu jedem Yang gehört auch ein Yin. Oder, anders gesagt: Jeder, der gerne aktiv ist, sollte auch mal zur Ruhe kommen. Doch es ist nicht nur die Ruhe, die Yin Yoga auszeichnet und zu einer perfekten Ergänzung für sportliche und aktive Menschen macht. Durch die länger und passiv gehaltenen Stellungen dehnst du deinen Körper besonders intensiv und erreichst damit auch tiefere (Binde-)Gewebe – die Faszien. Dein Körper wird damit langfristig flexibler. Blockaden, Verspannungen, Rückenschmerzen und verkürzte Muskeln gehören somit der Vergangenheit an.

Faszien = Das Fasziengewebe ist eine bindegewebsartige Struktur, die den ganzen Körper wie ein großes Netz umhüllt – auch Muskeln, Sehnen, Bänder, Gelenke, Knochen und Nervenbahnen. Die sanfte Dehnung und Stimulation der Faszien führt zu deren Befeuchtung. Dadurch wird der Körper langfristig geschmeidiger und flexibler. Schmerzen, die häufig durch Verklebungen der Faszien enstehen, können bei regelmäßiger Yin Yoga Praxis verschwinden.

Asana: Schmetterling
Gute Übung für Anfänger: Baddha Konasana, der Schmetterling, im Yin-Stil | Quelle: Pixabay

Was hat Yin Yoga mit Meridianen zu tun?

Vertraut man der traditionellen chinesischen Medizin, so fließen durch unseren Körper Energieleitbahnen – die sogenannten Meridiane. Im Yin Yoga werden diese Leitbahnen durch die lang gehaltenen Stellungen im Yin Yoga energetisiert, stimuliert und gereinigt.

Yin Yoga kann daher einen ähnlichen Effekt auf den Körper haben wie eine Akupunktur-Behandlung. Durch verschiedene Übungen kannst du bestimmte Energieleitbahnen stimulieren und somit in Einklang bringen.

Meridiane, treffender „Leitbahnen“, sind in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) Kanäle, in denen die Lebensenergie (Qi) fließt. Nach diesen Vorstellungen gibt es zwölf Hauptleitbahnen. Jeder Meridian ist einem Funktionskreis (Organsystem) zugeordnet. Auf den Meridianen liegen die Akupunkte, die bei Akupunktur mit Nadeln, bei Akupressur mit Fingerdruck behandelt werden. Verschiedene Meridiantherapien sollen den Patienten beim Gesundbleiben oder -werden helfen. Die bekanntesten Methoden sind die Akupunktur und Akupressur. Gesundheit ist nach den Vorstellungen der TCM u. a. verbunden mit einem freien und ausreichenden Fluss des Qi in den Meridianen. […] Es gibt keine anerkannten Belege für die Existenz von Meridianen.
Quelle: Wikipedia – Meridian (TCM) 

der liegende Held (Yin Yoga)
Supta Virasana, der liegende Held, ist eine Asana, die alle Meridiane stimuliert | Quelle: Verena Girndt

Yin Yoga und Gefühle

Yin Yoga ist häufig mit starken Emotionen verbunden. Die Gefühlspalette reicht von Ärger, Wut und Zorn über Traurigkeit bis hin zu Freude und Zufriedenheit. Die einfachste Erklärung dafür: In den länger gehaltenen Stellungen beschäftigen wir uns mit uns selbst und kommen zur Ruhe. Das kann dazu führen, dass Gefühle ans Licht kommen, die wir sonst ignorieren. Darüber hinaus ist die oft sehr intensive Dehnung häufig mit einem unangenehmen Gefühl verbunden – auch das kann zu emotionalen Reaktionen führen. Dazu kommt das lange Verweilen in den Stellungen – die Passivität -, die gerade aktive Menschen „wahnsinnig“ machen, langweilen oder sogar zur „Weißglut“ bringen kann.
Folgt man dem Ansatz der TCM, so können diese Gefühle auch in Verbindung mit den Meridianen stehen. In der TCM werden jedem Organ bestimmte Eigenschaften und Gefühle zugeordnet. Passend zu den Redewendungen „mir kommt bald vor Wut die Galle hoch“ oder „mir ist eine Laus über die Leber gelaufen“ wirken bestimmte Übungen, wie zum Beispiel der schlafende Schwan, auf die Meridiane von Leber und Gallenblase und können daher Gefühle von Wut und Ärger hervorrufen.

Worauf auch immer die Gefühle zurückzuführen sind – wichtig ist, sie nicht zu unterdrücken, sondern zuzulassen. Somit kann Yin Yoga auch psychisch sehr wertvolle Effekte auf dich haben.

Yin Yoga ausprobieren

Wenn du Yin Yoga ausprobieren möchtest, empfehle ich dir, ein gutes Yoga-Studio oder einen erfahrenen Yoga-Lehrer aufzusuchen. Leider sind Yoga-Studios, in denen Yin Yoga unterrichtet wird, in Deutschland noch ziemlich rar. Jedenfalls, wenn man nicht gerade in Berlin, München oder Hamburg wohnt.

Eine gute Alternative bieten Youtube-Videos. Wichtig: Bitte praktiziere kein Yin Yoga, wenn du unter einem akuten Bandscheibenvorfall leidest.
Achte bitte darauf, dass du in den Übungen keine Schmerzen empfindest. Wenn du Schmerzen hast, verlasse die Übung umgehend und/oder nimm eine alternative Position ein.

Meine Empfehlung

Yogamour bietet kostenlose Youtube-Videos an, die zum Teil auch für Angänger geeignet sind.

Was du dafür brauchst: Eine Yoga-Matte, eine Decke, ein paar Kissen.

Viel Spaß beim Ausprobieren!


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6 thoughts on “Yin Yoga: die Kunst des Loslassens + Tipps und Videos zum Mitmachen

    1. Schön. Schon ausprobiert?
      Nee, das habe ich mir so über die Zeit angelesen bzw. in Indien gelernt und auch immer in meinen Yin-Yoga-Stunden erzählt 😉

      Gefällt mir

  1. Ich kann es nur empfehlen, Yin Yoga mal auszuprobieren. Ich kannte es bis vor kurzem nicht, aber icb war sehr positiv überrascht, wie gut es tut, die Positionen länger zu halten und sich ganz auf sie einzulassen. Und es kam mir auch nie übermäßig lang vor, drei bis fünf Minuten eine Position zu halten. Man denkt erstmal, dass das so mega lange ist, aber wenn man sich drauf einlässt und der Position hingibt, verfliegt die Zeit gefühlt sehr schnell.

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