Warum Yoga auch ohne Spiritualität funktioniert

Muss Yoga spirituell sein?

Eine klare Antwort gibt es darauf nicht. Meine Meinung: Es kann – muss aber nicht! Natürlich kommt das auch ganz stark darauf an, wie man Spiritualität definiert.

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Yoga – Spiritualität oder Sport?

Der Begriff „Spiritualität“ kommt aus dem Lateinischen. Lat. „Spiritus“ bedeutet „Geist“ bzw. „Hauch“ und „spiro“ bedeutet „ich atme“. Laut Wikipedia meint Spiritualität „im weitesten Sinne ‚Geistigkeit‘ und bezeichnet eine auf Geistiges aller Art oder im engeren Sinn auf Geistliches in spezifisch religiösem Sinn ausgerichtete Haltung.“ (Quelle: Wikipedia)

Yoga Vidya, Europas größtes Yoga Netzwerk und Seminarhaus, definiert Spiritualität im Zusammenhang mit Yoga folgendermaßen:

Spiritualität (von spiritus: Geist) ist der Weg des geistigen Übens mit dem Ziel der Vereinigung mit einer höheren Wirklichkeit (Gott, Transzendenz, inneres Glück). Spiritualität verbindet alle Religionen miteinander – und kann auch ohne konkrete Religionsangehörigkeit geübt werden. Spiritualität heißt Ausrichtung des Lebens auf die Erfahrung einer höheren Wirklichkeit. Spiritualität heißt, nach einem höheren Sinn zu streben und sein Leben nach diesem höheren Sinn auszurichten.“ (Quelle: Yoga Vidya Wiki)

Grundsätzlich geht es also um die Erfahrung von Sinn und einer „höheren Wirklichkeit“ – sei es einfach innere Zufriedenheit, Transzendenz oder eine göttliche Existenz. Yoga ist in der Regel weit entfernt von Esoterik, einer bestimmten Religion oder dogmatischen Vorstellungen. „In der Regel“ sei hier betont, denn (leider) es gibt auch Ausnahmen.

Im Gegenteil: Yoga kann auch als reiner Sport geübt werden, der auf eine sehr schonende und gesunde Art und Weise für Beweglichkeit, Muskelaufbau und Entspannung sorgt.

Doch was unterscheidet Yoga dann von anderen Sportarten auf der Matte, wie zum Beispiel „Pilates“?

Yoga ist (eigentlich) eine Philosophie

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Yoga-Übungen waren ursprünglich als Vorbereitung auf Meditation gedacht.

Historisch gesehen ist Yoga eine philosophische Sichtweise auf die Welt. Yoga ist – in der traditionellen Betrachtung (!) – ein geistiger Weg, der uns über Meditation zur „Freiheit“ bzw. zur „Erleuchtung“ führen soll. Die körperlichen Übungen spielen in diesem Zusammenhang eine untergeordnete Rolle.

Sie waren ursprünglich dazu gedacht, den Yogi „fit“ für’s Meditieren zu machen – und zwar, indem sie den Körper auf langes und schmerzfreies Sitzen vorbereiten sollten.

Und ja, völlig richtig: Erleuchtung klingt schon wieder ziemlich stark nach Spiritualität – und das ist ja auch grundsätzlich nicht falsch. Doch wichtig ist: Das ist nichts, woran man „glauben muss“. Auch ist Yoga keine Sekte oder irgendeine religiöse Gemeinschaft. Der spirituelle Aspekt im Yoga ist vielmehr etwas, was man für sich selbst erkunden kann. Wer diesen Aspekt interessant findet, der kann sich daran orientieren.

 

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Auch wenn es manchmal so aussieht: Yoga ist keine Sekte.

Doch: Auch wer sich absolut nicht für Philosophie oder Spiritualität interessiert, kann und darf Yoga mögen 😉. Denn meines Erachtens ist eine ganz andere Ebene im Yoga viel bedeutender – zumindest heutzutage für uns in der „westlichen“ Welt.

Beim Yoga geht es um die Konzentration auf dich selbst

Wenn du Yoga machst, liegt der Fokus idealerweise auf dir selbst. Und damit ist nicht dein Ego gemeint. Vielmehr geht es darum, deine Bewegungen in Einklang mit deiner Atmung zu bringen. Während einer Yoga-Stunde konzentrierst du dich also vollkommen auf dich selbst: auf deinen Körper, deine Atmung und deine Bewegungen. Allerdings völlig ohne Zwang.

Durch die klare Fokussierung auf die Übungen und auf die Atmung kannst du beim Yoga lernen, völlig abzuschalten. Sorgen, Stress, Verspannungen – einfach vergessen.

In der Regel folgt auf eine Yoga-Sequenz am Ende der Yoga-Stunde eine Entspannungsphase, manchmal auch eine kurze Meditation. Wenn du aus dieser Tiefenentspannung „aufwachst“, bist du völlig entspannt – und das, obwohl dein Körper vorher physisch herausgefordert wurde.

Dieses besondere Gefühl nach einer Yoga-Stunde lässt sich vielleicht mit Entspannung und Zufriedenheit umschreiben. Ich bin sicher, dass genau das – in Kombination mit den gesundheitlichen Effekten – der Grund dafür ist, dass Yoga in der westlichen Welt so beliebt ist.

Du entscheidest, was Yoga für dich ist

Doch was das für dich selbst bedeutet, ist allein dir überlassen. Du kannst das als Methode zur Entspannung betrachten, als schonende Sportart wahrnehmen oder als einen „höheren Sinn“ für deine Existenz interpretieren. Auch kannst du entscheiden, ob du das dann schließlich als Spiritualität bezeichnest oder nicht.

 

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Beim Yoga geht es um dich selbst.
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3 Gedanken zu “Warum Yoga auch ohne Spiritualität funktioniert

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