Sweet Scorpion, Sexy Split or Crazy Crow: When your EGO gets control of your yoga practice…

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ego
Self-presentation in Yoga – giving inspiration or seeking for attention?

Between aesthetics, inspiration and narcissism

Handstands, splits or crazy combinations of the most difficult asanas – Yoga seduces people to show off. A look on Facebook or Twitter as well as on parks and festivals demonstrates this assertion clearly and vividly. However, that the purpose of yoga is actually something completely different should be clear to all those attractive Yogis and Yoginis. Or perhaps not?

Yoga is a practice that stands for modesty, selfless action, non-violence (also towards oneself) and an overcoming of one’s ego. How is it possible that specifically this practice encourages numerous people to self-expose themselves and their bodies, especially in social media? I’m not only talking about aesthetic poses in a yoga studio, but also about sexy meditation pictures and yoga tutorials showing extremely hot girls in bikini… Isn’t that a contradiction?

Or is it just a modern way of spreading a hobby? Maybe the self-exposing people actually just want to share their passion? It’s very common to accentuate one’s pictures with inspiring sayings. Some people reveal their thoughts or their own weaknesses. Is this a chance to exchange  ideas and thoughts with like-minded people? To inspire and support each other? Or is it just an excuse to get attention and receive praise?

What do you think?

I must admit that I am torn between the two sides. I think it’s terrific in case yoga succeeds in giving people new self-confidence and if those people share this in an inspiring way. I am delighted about aesthetic photos depicting yoga practitioners in seemingly impossible poses. And sometimes I love pictures that are combined with inspiring philosophical wisdom („I bend so i don’t break“). Not in the right ballpark, however, are photos that are obviously far-off aesthetics, inspiration or self-confidence. But where is the line to be drawn?

I’m interested in your opinion: Is the online yoga community a place of inspiration, of exchange and devotion to a strongly appreciated hobby? Or rather a place for narcissistic fanatics using yoga as a means of showing off and gaining attention?

I have just discovered a quote by Sri Patthabi Jois, which I find very inspiring in this context.

„Yoga is an internal practice. The rest is just a circus.“

So: What do you think?

 

Zwischen Ästhetik, Inspiration und Narzissmus

Ob Handstand, Spagat oder wilde Kombinationen aus den anspruchsvollsten Asanas – Yoga verleitet zum Angeben. Das zeigt uns Instagram genauso lebhaft wie Facebook oder ein Blick auf Parks und Festivals bei gutem Wetter. Dass der Sinn von Yoga eigentlich genau das Gegenteil will, sollte doch eigentlich all den attraktiven Yogis und Yoginis klar sein. Oder etwa nicht?

Wie kann es sein, dass ausgerechnet eine Lehre, welche Genügsamkeit, Selbstloses Handeln, Gewaltlosigkeit (auch sich selbst gegenüber) und die Überwindung des eigenen Egos propagiert, unzählige Menschen dazu bewegt, sich selbst und den eigenen Körper – insbesondere in den sozialen Medien – dermaßen darzustellen? Ich rede nicht nur von ästhetischen Posen im Yoga-Studio, sondern auch von sexy Meditationsbildern und Yoga-Tutorials von super-heißen Ladys in Bikini… Ist das nicht ein Widerspruch in sich?

Oder ist es einfach eine moderne Form der Verbreitung eines Hobbys, das die sich selbst darstellenden Personen tatsächlich nur gerne „teilen“ möchten? Vielfach untermalen die Yogis und Yoginis ihre Lieblingsbilder mit inspirierenden Sprüchen. Manchmal geben sie eigene Gedanken oder gar Schwächen preis. Eine Möglichkeit, sich unter Gleichgesinnten auszutauschen, sich gegenseitig zu inspirieren und zu unterstützen? Oder ein Vorwand, um sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen und Lob von allen Seiten einzuheimsen?

Was meint ihr?

Ich muss zugeben, dass ich sehr stark schwanke. Ich finde es schön, wenn Menschen durch Yoga zu neuem Selbstbewusstsein finden und dieses auf inspirierende Art und Weise mit anderen Menschen teilen. Ich freue mich über ästhetische Bilder, die Yoga-Praktizierende in scheinbar unmöglichen Posen darstellen. Besonders inspirierend aber können Bilder in Verbindung mit philosophischen Weisheiten sein („I bend so i don’t break“). Völlig daneben dagegen sind meiner Meinung nach Bilder, die eindeutig nichts mehr mit Ästhetik, Inspiration oder Selbstbewusstsein zu tun haben. Doch wo die Grenze ziehen?

Mich interessiert eure Meinung: Ist die Online-Yoga-Community ein Ort der Inspiration, des Austauschs und der Hingabe an ein stark geschätztes Hobby – oder vielmehr ein Ort für narzisstische Fanatiker, die in ihrer Selbstdarstellung ein Mittel zur Erlangung von Aufmerksamkeit sehen?

Passend, vermutlich umstritten und gleichermaßen inspirierend finde ich das soeben entdeckte Zitat von Sri Patthabi Jois:

„Yoga is an internal practice. The rest is just a circus.“

Also: Was meint ihr?

 

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4 thoughts on “Sweet Scorpion, Sexy Split or Crazy Crow: When your EGO gets control of your yoga practice…

  1. Hi Patricia, was ich dazu meine? „Yoga is an internal pracitice. The rest is just a circus.“ So ist es. Aaaaaber. Ohne Zirkus kein Moos und ohne Moos ….also etwas seriöser: Eine Selbstdarstellung muss nicht in Zirkus ausarten. Selbstdarstellung sollte dabei etwas gesundes, authentisches sein, oder dazu führen. Mit Yoga hat das natürlich nicht direkt etwas zu tun, aber es begleitet unsere Lebensumstände, unter denen wir uns und andere zu der Echtheit durch Yoga inspirieren. Und das ist wieder gut, meine ich. Einige der o.g. Kritikpunkte liegen ausserdem im Auge des Betrachters – ob etwas zu „sexy“ ist, wer beurteilt das 🙂 om namah shivaya

    Gefällt 1 Person

    1. Danke für deinen Kommentar! „Es begleitet unsere Lebensumstände, unter denen wir uns und andere zu der Echtheit durch Yoga inspirieren“ — stimmt absolut!

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  2. Liebe Patricia!
    Ich glaube, hier ist wieder die Perspektive gefragt: guckt das Ego oder guckt das höhere Selbst sich diese kommerzialisierten/sexy/narzisstischen Bilder an. Unser Ego würde sie entweder schön oder eben zu kommerzialisiert/sexy/narzisstisch finden. Unser höheres Selbst würde sagen: „Schön, dass diese Person einen Weg für sich gefunden hat und diesen Weg teilt, damit andere ihn entdecken können. Wie diese Person die „Wegteilung“ umsetzt entspricht ihrer Möglichkeit und ihrem Ego.“
    Aber wer kann – gerade bei visuellem Input – schon immer mit seinem höheren Selbst antworten? Wenn das mal so einfach wäre… 😀

    Gefällt 1 Person

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